Wohnraumlüftung als Schlüsseltechnologie

Aktuelle Studie belegt hohe Relevanz der ventilatorgestützten Lüftung für die Wärmewende

Berlin, Juni 2022. Die hohe Energieeffizienz von Wohnraumlüftungssystemen mit einer Wärmerückgewinnung von über 90 % ist hinlänglich bekannt. Aber wie schlägt sich diese moderne Haustechnologie im Vergleich zu oder in Kombination mit anderen energiesparenden Systemen wie beispielsweise der zurzeit stark nachgefragten Wärmepumpe? Genau dieser Frage ist das ITG Institut für Technische Gebäudeausrüstung in Dresden in seiner Auftragsarbeit für den VfW – Bundesverband für Wohnungslüftung e.V. nachgegangen. Dabei kam die jetzt veröffentlichte Äquivalenzstudie zu erstaunlichen Leistungskennzahlen: So würde nach einer Berechnung des ITG bereits bei einer Ausstattung der Hälfte aller deutschen Wohngebäude mit Lüftungssystemen mit Wärmerückgewinnung die Netzbelastung im Winter um bis zu 10 Gigawatt reduziert werden. Wenn man bedenkt, dass zurzeit noch gut zwei Drittel aller Wohngebäude ohne Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung neu gebaut werden und vor allem bei der Sanierung leider noch oft auf diese Technologie verzichtet wird, zeigt sich das enorm hohe Potential dieser Technologie, ein entscheidender Einflussfaktor auf die Wärmewende in Deutschland zu werden.

In der Dresdner Studie wurde für die ventilatorgestützte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung eine direkt mit dem Kennwert von Wärmepumpen vergleichbare Leistungszahl der Wärmerückgewinnung berechnet. Für „normale“ Rahmenbedingungen liegt die äquivalente Leistungszahl der Wärmerückgewinnung bei ca. 11 bis 25, die Leistungszahl von Wärmepumpen bei ca. 3 bis 6 – ein bereits sehr gutes Verhältnis von eingesetzter elektrischer Energie zu erlangter Heizenergie. Die höchsten äquivalenten Leistungszahlen der Wärmerückgewinnung werden dabei bei niedrigen Außentemperaturen erreicht, was sie zu einem hervorragenden Komplementärsystem von Wärmepumpen macht. In der kalten Jahreszeit verhindert die Wärmerückgewinnung, dass für die Wärmepumpe eine recht hohe elektrische Leistung im Stromnetz vorgehalten werden muss. Die Wärmerückgewinnung trägt so zur Entlastung des Stromnetzes bei, insbesondere in der dunklen und windarmen Winterzeit (Dunkelflaute) um bis zu 10 Gigawatt.

Durch die ventilatorgestützte Lüftung mit Wärmerückgewinnung lassen sich durch die deutliche Verbesserung der Effizienz spürbare Kosteneinsparungen erzielen. Zum einen in puncto Heizenergie durch die erhebliche Reduzierung von Lüftungswärmeverlusten, die in den modernen, hoch gedämmten und sanierten Gebäuden eine zunehmend stärkere Rolle spielen. Zum anderen hat man einen geringeren Kostenaufwand für die Heizungstechnik, z.B. durch einen kleineren Wärmeerzeuger oder sogar kleinere Wärmenetze. Außerdem ist die Wiedernutzung von Wärme, die sich bereits im Gebäude befindet, mit Effizienzvorteilen gegenüber der Nutzung von regenerativer Energie verbunden, die erst woanders erzeugt und ins Gebäude gebracht werden muss.

Zudem gibt es eine Vielzahl weiterer Faktoren, welche für die ventilatorgestützte Wohnungslüftung sprechen, wie z.B. die effiziente Kombination mit Wärmepumpen und PV-Anlagen hinsichtlich der Eigenstromnutzung, die Entlastung der Strom- und Wärmenetze, CO2-Einsparungen, eine Senkung der Warmmieten sowie die Bauschadensfreiheit. Aber auch „soft factors“ wie hoher Komfort und eine gesunde Raumluftqualität mit der Vermeidung von Folgekosten für Schadenssanierungen sind wichtige Argumente für die ventilatorgestützte Wohnraumlüftung. Validiert wurde das Ganze mit den Praxiserfahrungen des in der Berliner Politik bestens bekannten Architekten Dr. Burkhard Schulze Darup und des Energieberaters Jürgen Leppig, Präsident des GIH (Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker e.V.).

Abschließend lässt sich festhalten, dass mit der Kurzstudie „Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung als nachhaltige Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Klimaziele“ eindeutig nachgewiesen werden konnte, wie umfassend Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung die notwendigen Schritte zur Senkung des Energieverbrauchs unterstützt und daher als Energiewendetechnologie nicht mehr wegzudenken ist. Sie kann daher auch als „Energiesparlüftung“ bezeichnet werden. Daher fordert der VfW, die ventilatorgestützte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung („Energiesparlüftung“) künftig als Schlüsseltechnologie für die Energiewende anzuerkennen, sie als erneuerbare Energie zu behandeln und ihr insgesamt einen dementsprechenden Stellenwert im Gebäudeenergiegesetz GEG und in der Bundesförderung Effiziente Gebäude BEG einzuräumen.

Weitere Hintergrundinformationen zur Studie „Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung als nachhaltige Schlüsseltechnologie zur Erreichung der Klimaziele“ sowie eine Zusammenfassung der Studie finden Sie zum Download unter: https://wohnungslueftung-ev.de/presse/meldungen/

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Der VfW positioniert sich als technologieübergreifende Stimme der Wohnungslüftung – neuer Vorstand gewählt

 

Frankfurt, Oktober 2017. Der Bundesverband für Wohnungslüftung e.V. (VfW) hat einen Neustart vollzogen und sich personell neu aufgestellt. Als einziger Verband widmet sich der VfW in seiner Arbeit ausschließlich der Wohnungslüftung und repräsentiert dabei deren gesamte Wertschöpfungskette – von den Herstellern bis zu Planern und Handwerk.

Die technologische Vielfalt im Bereich der Wohnungslüftung soll zukünftig verstärktkommuniziert werden. Diesen offenen und breit aufgestellten Ansatz wird der VfW auch in der politischen Meinungsbildung einbringen.
Till Reine, Leiter Public Affairs bei VELUX Deutschland steht dem fünfköpfigen Vorstand vor. Die weiteren Mitglieder des Vorstands sind Annett Wettig, Geschäftsführerin inVENTer, Carsten Dittmar, Vertriebsleiter Wohnungslüftung Systemair, Dr. Volkhard Nobis, Bereichsleiter Technik Aereco, und Peter Paul Thoma, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger.
„Deutschland hat endlich eine starke, technologieübergreifende Stimme der Wohnungslüftung“, sagt Till Reine, neu gewählter Vorstandsvorsitzender des VfW. „Im VfW können sich alle Akteure der Lüftungsbranche zu Hause fühlen. Wir führen die Interessen der unterschiedlichen Technologiesparten von mechanischer wie natürlicher Lüftung zusammen und setzen uns für technologieoffene Anforderungen ein.“

Natürliche Lüftung, dezentrale und zentrale Lüftungsanlagen, Abluftsysteme und die verschiedenen Kombilösungen werden gleichwertig vertreten. Damit verbunden ist das zentrale VfW-Anliegen, dass Bauherren und Planer passend zum Lüftungskonzept die Lüftungstechnologie frei entscheiden können. Der VfW wird für nachhaltigen, gesunden und bezahlbaren Wohnraum eintreten.

 

 

Bildunterschrift:
Der neue Vorstand des VfW v.l.n.r.: Dr. Volkhard Nobis, Annett Wettig, Till Reine, Peter Paul Thoma, Carsten Dittmar

 

Über den VfW
Der VfW – Bundesverband für Wohnungslüftung ist das Sprachrohr der deutschen Wohnungslüftungs-Branche. Gegründet 1996 vertritt der VfW heute rund 100 Unternehmen und Institutionen. Hierzu zählen Hersteller und Anbieter von Wohnungslüftungssystemen, Planungs- und Ingenieurbüros, Verbände sowie Forschungseinrichtungen. Die bauphysikalischen und hygienischen Anforderungen zur Wohnungslüftung haben bei uns höchste Priorität, in jedem Wohngebäude – ob alt oder neu. Der VfW organisiert den Austausch zwischen Industrie, Planern und
Handwerk und stellt Plattformen für die neutrale und verlässliche Bewertung von Lüftungssituationen und Lüftungssystemen bereit.

Kontakt
VfW – Bundesverband für Wohnungslüftung e. V.
Bornheimer Landwehr 39
60385 Frankfurt am Main
Tel +49 (69) 26 91 28 043
Fax +49 (69) 26 91 28 048
info@wohnungslueftung-ev.de

 

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Frankfurt am Main, den 23. April 2015 Der VfW-Bundesverband für Wohnungslüftung e.V., das Sprachrohr der deutschen Wohnungslüftungs-Branche, präsentiert ab dieser Woche seine neue Internetpräsenz www.wohnungslueftung-ev.de. Mit dem komplett überarbeiteten Web-Auftritt will der Bundesverband seine Position als erster Ansprechpartner entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wohnungslüftungs-Branche unterstreichen.

Frischer, moderner und vor allem mit einer übersichtlichen Struktur – nach diesem Prinzip ermöglicht der neue Auftritt ab sofort den Besuchern alles rund um das Thema Wohnungslüftung, Lüftungskonzept und DIN-Normen noch schneller zu finden.

Zentraler Bestandteil der neuen Webseite ist neben der Hersteller-und Dienstleistersuche und der Aufbereitung von Fachinformationen vor allem der neue Online-Shop. Benutzerfreundlich und technisch auf dem neuesten Stand ermöglicht der VfW-Shop, Fachpublikationen sowie das beliebte VfW-Planungstool Lüftungskonzept und VfW/HEA-Berechnungsprogramm zur DIN 1946-6 per Mausklick zu bestellen. Die Software lässt sich nach Zahlungseingang sofort heruntergeladen.

„Der neue Auftritt soll dem deutlich gestiegenen Interesse an Wohnraumlüftung Rechnung tragen und vor allem dem Fachpublikum eine neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Planung und Umsetzung von lüftungstechnischen Maßnahmen bieten.“, erklärt VfW-Geschäftsführer Dipl.-Ing Peter Paul Thoma. Der Online-Auftritt soll in den nächsten Monaten weiter ausgebaut werden.

Frankfurt am Main, den 13. Februar 2015

 

Der VfW-Bundesverband für Wohnungslüftung und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) wollen mit einer gemeinsamen Fortbildungsinitiative das lüftungstechnische Know-how der SHK-Handwerker ausbauen. Ab April dieses Jahres sollen zweitägige produktneutrale Schulungen zur Wohnungslüftung nach DIN 1946-6 für SHK-Installateure im Fortbildungszentrum des Fachverbands SHK Hessen in Gießen stattfinden.

„Im Zuge der zunehmend luftdichten Bauweise haben sich die Tätigkeiten des SHK-Handwerks vor allem im Neubau deutlich in Richtung Raumlufthygiene verschoben“, erläutert VfW-Geschäftsführer Dipl.-Ing Peter Paul Thoma den Hintergrund. Thoma, zugleich Obermeister der Innung SHK Frankfurt am Main, sieht hier Handlungsbedarf für eine produktneutrale Weiterbildung. „Mit Hilfe des Lehrgangs sollen Handwerksbetriebe auch weiterhin ein hohes Maß an Beratungs- und Ausführungsqualität in diesem Bereich sicherstellen können.“

Die zweitätige Schulung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Referent ist Hans Berhorst, Experte für Lüftungsplanung und Mitglied in DIN-Ausschüssen. Er wird den Teilnehmern im ersten Abschnitt des Kurses die Grundlagen der Norm DIN 1946-6 inklusive Einführung in das Lüftungskonzept vermitteln und ihnen Anforderungen und Systeme der Wohnungslüftung an einer installierten „Schulungs“-Lüftungsanlage erklären. Im zweiten Teil sollen die Seminarbesucher selbst eine Zu- und Abluftanlage planen und entsprechend der berechneten Luftvolumenströme einstellen. Darüber hinaus erhalten sie praktische Hinweise zur Montage und Wartung der Bauteile innerhalb von Lüftungsanlagen.

Ziel ist, dass die Fachkräfte ihre Kunden nach erfolgreicher Teilnahme umfassend beraten und Anlagen zur kontrollierten Wohnraumlüftung anhand der Herstellerunterlagen planen und realisieren können. Ein Zertifikat bescheinigt diese Fähigkeiten. Das Dokument soll zugleich nach außen ein Qualitätszeichen seitens des Handwerks setzen.

„Die Zusammenarbeit mit dem ZVSHK war uns sehr wichtig“, sagt Thoma. Nur so könne es gelingen, einer qualifizierten Beratung durch Handwerksbetriebe im wachsenden Marktsegment für Wohnungslüftung insgesamt mehr Gewicht zu verleihen. Im Zuge der Kooperation hat der ZVSHK kürzlich darüber hinaus eine spezielle Mitgliederausgabe der DIN 1946-6 herausgebracht die um ein aktuelles Rechtsgutachten des VfW ergänzt ist. Darin nimmt der Verband zu Haftungsrisiken bei Wohnräumen ohne lüftungstechnische Maßnahmen Stellung. Er zeigt die Gefahren für Bauherren, Planer und das umsetzende Handwerk auf und gibt Orientierung für die Praxis. Die Sonderausgabe der kompletten DIN 1946-6 und des VfW-Rechtsgutachtens kann von Innungsmitgliedern zum Preis von 69 Euro zzgl. MwSt. beim ZVSHK bezogen werden.

Über den Lehrgang und die neue Mitgliederausgabe können sich Interessierte auch auf der diesjährigen ISH in Frankfurt a.M. (10. bis 14. März 2015) informieren. Vertreter des VfW sind am Stand des ZVSHK (Halle 8.0, Stand C 94) zu finden.

Frankfurt am Main, den 28. August 2014 

VfW - Aktuelles Rechtsgutachten zu Haftungsrisiken bei mangelnder Lüftung 2., überarbeitete Auflage ist da!

Die Rechtsfrage der Haftung bei Feuchte- und Schimmelschäden sowie schlechte Raumluftqualität in Wohnungen bleibt für alle am Bau Beteiligten ohne klare gesetzliche Regelung unsicher. Die zweite, überarbeitete Auflage des Rechtsgutachtens des Bundesverbandes für Wohnungslüftung zeigt die Gefahren für Bauherren, Planer und das umsetzten Handwerk auf und gibt Orientierung für die Praxis. Es berücksichtigt dabei den neuesten Stand der EnEV sowie die aktuellen Fassungen der Normen.

Das Gutachten kann beim VfW – Bundesverband für Wohnungslüftung für den Preis von 42,80 Euro plus Versandkosten bestellt werden. Zum Onlineshop

Frankfurt am Main, 20.03.2014

 

Mit einem neu zusammengesetzten Vorstand geht der Bundesverband für Wohnungslüftung e. V. (VFW) ins neue Geschäftsjahr. Auf der jährlichen Mitgliederversammlung am 28. Februar in Frankfurt am Main wählten die Mitglieder die Vorstände. Neu in dem fünfköpfigen Team ist Dr. Andreas Winkens vom Ingenieurbüro gui-lab in Mönchengladbach. Winkens löst Raimund Käser von der ZUB Systems GmbH ab und übernimmt dessen Aufgaben bei der Öffentlichkeitsarbeit. Als Vorstandsvorsitzender wurde Peter Schwarz von der Aldes Lufttechnik GmbH, Berlin, bestätigt. Ihn unterstützen die weiteren Vorstände Dr. Reiner Borsdorf, Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG, Christian Bolsmann, Pluggit GmbH, und Benedikt Zimmermann, Zimmermann GmbH & Co. KG. Geschäftsführer bleibt der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Dipl. -Ing. Peter Paul Thoma, der die Geschäftsstelle in Frankfurt am Main leitet.

 

Für 2014 hat sich der VFW zum Ziel gesetzt, seine Lobbyarbeit in Berlin zu verstärken. Dazu unterhält der Verband seit letztem Jahr ein Hauptstadtbüro unter Leitung des Lobbyisten Dr. Peter Spary. Um dem von der DIN 1946-6 geforderten Lüftungskonzept mehr Geltung zu verschaffen, will der Verein außerdem seine Aktivitäten bei den Verbänden im Bau- und Energiewesen bündeln. Dabei haben die Mitglieder sowohl den Neubau als auch die energetische Gebäudesanierung im Blick. Insgesamt setzt der Verband auf die Information und den Austausch mit allen am Bau Beteiligten: Der Wohnungswirtschaft, dem Handwerk, den Planern, Architekten und Bauingenieuren sowie den Energieberatern und den Energieversorgern.